LES_LastExitStuwerviertel
Diplom
       
 

Projekt: Matthäa Ritter
Diplom: 2008

"The city is a network of networks that give birth to and are inhabited by even more different lifestyles and subcultures. Each of these subcultures uses the city in a different way, changing the purpose and character of what we consider public space. Lifestyles and subcultures also produce bigger or smaller modifications and alterations to the urban landscape. Sometimes the relatively small size and temporary nature of subcultures causes them to look for niches in the urban tissue. These niches turn into very specific places that are fully understood and appreciated by insiders only."
(Bart Lootsma)

erste Phase: Darstellung der Spieler/Kartographierung des Viertels
Das Projekt erforscht in seiner ersten Phase die urbanen Phenomene des Straßenraums im Stuwerviertel. Hier trifft die Randgruppe der SexarbeiterInnen mit Anwohnern eines armen Gründerzeitquartiers zusammen. Das resultiert in Konflikten - so stellen es zumindest die Medien dar - und ungültigen Konventionen die auf der Straße zwischen Freiern, Bewohnern und Prostituierten ausgetragen werden.
Die Bevölkerung hier ist empfindlicher als in anderen Stadtteilen. Regulative, verwaltungstechnische Interventionen sollen Illegalität und Kriminalität, Dreck und Schmutz eindämmen. Jeder Spieler dieses sozialen Systems agiert und reagiert auf Schritte des anderen.
Über das Besetzen von Räumen wird hier dokumentarisch und auch sehr persönlich Politik betrieben.

zweite Phase: Zonenbildung
Im weiteren Abschnitt der Arbeit stellt sich die Frage nach baulichen Möglichkeiten für eine exemplarische Veränderung: Wie wird aus Konflikt eine produktive Auseinandersetzung, aus sozialer Kontrolle ein Klima der Toleranz? Ist eine Legitimation der Nutzungsbedürfnisse aller Betroffenen möglich?
Als Werkzeug werden hierfür verschiedene Zonen eingeführt, die aus dem Verhalten der einzelnen Spieler resultieren. Jede dieser Zonen besitzt ihre eigene Atmosphäre und einen eigenen Rythmus. Die daraus entstehende Formensprache, die sich an die momentane urbane Struktur (und auch örtliche Gesetze) anpasst, prägt das Stadtbild des Viertels.

dritte Phase: Interventionen
Aufgrund der Analyse entstanden drei verschiedene Interventionsarten. Die Interventionen stehen im Zusammenhang
mit einem flexiblen Zeitplan, der auch erklärt welche möglichen Reaktionen als Resultat auf die Eingriffe zu erwarten sind.
Die erste Intervention beschäftigt sich mit dem illegalen Strassenstrich direkt im Viertel und der Anbahnung zwischen Freier und Sexarbeiterin. Die zweite Intervention macht die besetzten Geschäftslokale zum Thema.
Der dritte Eingriff behandelt wieder den Strassenstrich diesmal mit Blick auf Intimitäten im öffentlichen Raum.
In allen Interventionen ändert sich der einzelne Querschnitte des Straßenraums auf eine subtile Art. Für die Veränderungen wird auf das Vokabular schon existierender Ideen und Materialien zugegriffen. Diese Materialien
erzeugen Grenzbereiche zwischen den jeweiligen Spielern im öffentlichen Raum. Dadurch entsteht eine neue Ausformulierung des Straßenraums.